Archäologische Sammlung

Uni-Logo
Sie sind hier: Startseite Aktuelles Nachrichten Call for Papers: 14. Sitzung der AG Spätantike und Frühmittelalter, "Wert–Vorstellungen: Frühgeschichtliche Deponierungen – Praktiken, Kontexte, Bedeutungen"
Artikelaktionen

Call for Papers: 14. Sitzung der AG Spätantike und Frühmittelalter, "Wert–Vorstellungen: Frühgeschichtliche Deponierungen – Praktiken, Kontexte, Bedeutungen"

CALL FOR PAPERS

zur 14. Sitzung der AG Spätantike und Frühmittelalter in Zusammenarbeit mit der Römisch-Germanischen Kommission und dem Institut für Archäologische Wissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt a.M. vom 9.10. – 11.10.2019 in Frankfurt am Main zum Thema

Wert–Vorstellungen: Frühgeschichtliche Deponierungen – Praktiken, Kontexte, Bedeutungen –

Deponierungen aus Spätantike und Frühmittelalter entstammen oft herausragende Objekte, die Befundgattung selbst jedoch wurde bisher nur selten umfassend diskutiert. Dabei standen zumeist Verwahrfunde, die in den Kontext kriegerischer Auseinandersetzungen gestellt werden, und Depots, denen eine rituelle Niederlegung zugeschrieben wird, im Vordergrund. Abfall wurde dahingegen bisher kaum in Zusammenhang mit Deponierungen behandelt. Ein Blick auf die Diskussion um prähistorische Deponierungen lehrt, dass diese Befunde bezüglich ihres Quellenwertes bisher deutlich unterschätzt wurden. Ferner ist ein Hinterfragen der Dichotomie sakral-profan erforderlich. Neben den prinzipiellen Fragen wie etwa nach dem Charakter von Deponierungen in „christlicher Zeit“ vermögen sie Einblicke zu geben in rituelle
Praktiken, Wertvorstellungen und sozioökonomischen Wandel in verschiedenen Gesellschaften der Frühgeschichte. Material, Objektgattungen und Datierung spielen bei der Interpretation eine ebenso große Rolle wie Kontext, Zusammenstellung und Verbreitung. Neufunde, aktuelle Forschungsprojekte, aber auch neuere theoretische und methodische Ansätze haben in den letzten Jahren für eine beachtenswerte Erweiterung der Quellen- und
Interpretationsbasis gesorgt; es bietet sich nun die Gelegenheit für eine neue Betrachtung der Quellengattung.

Ziel der Tagung ist es, im Rahmen einer Zusammenschau frühgeschichtlicher Deponierungen neue Blickwinkel auf alte und neue Funde zu etablieren: Im Licht der neueren Methoden- und Theorieentwicklung soll das Quellen- und Interpretationspotential der Befundgattung «Deponierung» für die Frühgeschichte ausgelotet und ein Ideentransfer ermöglicht werden. In der diesjährigen Sitzung der AG Spätantike und Frühmittelalter vom 9. bis 11.10.2019 in
Frankfurt am Main zum Thema „Wert–Vorstellungen. Frühgeschichtliche Deponierungen – Praktiken, Kontexte, Bedeutungen“ sollen neue Forschungsergebnisse unter Berücksichtigung folgender Aspekte vorgestellt werden:

• Die Ambivalenz von Deponierungen im Spannungsfeld von Schatz und Schrott, Weihung und Verlust, Angsthort und Reserve, Zahlungsmittel und Recyclingmaterial, Totenopfer und Diebesgut, öffentlichem Prunk und privatem Versteck, Relikten politischer Allianzen und Investitionen in die Zukunft.
• Transformationen von Materialität und Materialwerten.
• Mensch-Ding-Geschichten und Raum-Zeit-Bezüge
• In Wert Setzungen und –Fragestellung.
• Religiöse und soziokulturelle Vorstellungen und Praktiken.
• Hortlandschaften und Deponierungs-Konjunkturen: Synchrone und Diachrone Studien.
• Potentiale neuerer theoretischer und methodischer Ansätze.

Wir freuen uns, wenn Sie unsere Sitzung mit Beiträgen aus Ihrer Arbeit bereichern könnten.
Die Vortragsdauer sollte 20 Minuten nicht überschreiten. Vortragsvorschläge mit einer halbseitigen schriftlichen (300–500 Wörter) Zusammenfassung bitten wir bis zum 30.07.2019 an Roland.Prien@zaw.uni-heidelberg.de zu senden.

Dr. Roland Prien (Sprecher), Dr. des. Anna Flückiger, M.A., Alexandra Hilgner, M.A., Dr.
Michaela Helmbrecht (Beirat) Dr. Kerstin P. Hofmann, Dr. Gabriele Rasbach, Dr. Christoph Rummel, Dr. David Wigg-Wolf
(Römisch-Germanische Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts, Frankfurt am Main) Prof. Dr. Fleur Kemmers, Prof. Dr. Markus Scholz (Goethe-Universität Frankfurt am Main)

Benutzerspezifische Werkzeuge