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Vortragsreihe des IAW: "Bildliches im Blick der Archäologie"

Bildliches im Blick der Archäologie

Vorträge von Jacobus Bracker am Institut für Archäologische Wissenschaften der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Sommersemester 2018

Ort: KG I, HS 1015
Zeit: Di 18:00 Uhr c.t.

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Die Bildwissenschaften und die Visual Culture Studies haben seit den Wenden zum Bildlichen vielfältige und zahlreiche Fragestellungen, Theorien und Methoden entwickelt, die nun beginnen, die archäologische Bildforschung neu zu perspektivieren. Die Vortragsreihe „Bildliches im Blick der Archäologie“ nimmt diese Impulse auf und wirft Schlaglichter auf ausgewählte Bereiche, um die Potentiale auszuloten, die von den interdisziplinären Diskursen eröffnet werden.

1 Bildereignisse: Kommunikation mit der Vergangenheit (Di, 08.05.2018)
Bilder ereignen sich im Moment des Betrachtens immer wieder aufs Neue und konstituieren Bedeutungen. Sie können daher als zentrale Bestandteile kommunikativer Prozesse aufgefasst werden. Der Vortrag wird ein Kommunikationsmodell, das sich auf die materiellen Bildträger konzentriert, als methodischen Ausgangspunkt bildbezogener archäologischer Forschung vorstellen. Ein solches Kommunikationsmodell kann einerseits synchrone und diachrone Kommunikationsebenen differenzieren und damit verbundene Verständnisprobleme beleuchten. Andererseits ist es in der Lage, auch in den Archäologien diskutierte zentrale Theoriefragen zur Bedeutungskonstitution durch Bilder, die sich im Spannungsfeld semiotischer und aisthetischer Konzepte bewegen, zu integrieren.

2 Bildreste: Archäologisches Material und bildliche Medialität (Di, 15.05.2018)
Das Sichereignen des Bildlichen steht in Abhängigkeit von materiellem Medium und wahrnehmendem Subjekt. Wenn wir von antiken oder prähistorischen Bildern sprechen, müssen wir genau genommen von Bildresten sprechen, da der archäologischen Forschung regelmäßig nur die materiellen Bildträger zur Verfügung stehen. Der Vortrag wird darlegen, wie materielle Reste vergangener Kulturen als Bildmedien untersucht werden können, und wesentliche Analysekategorien wie materielle, raumzeitliche, sensorische und semiotische Modalitäten sowie den sich aus einer solchen Perspektive eröffnenden Vergleichshorizont transmediativer Prozesse erörtern.

3 Überbilder: Die Metapher vom „Leben der Bilder“ und andere Metabilder (Di, 29.05.2018)
Die von W. J. T. Mitchell geprägte Metapher von den lebenden und begehrenden Bildern wird von ihm selbst als Metabild verstanden, das bestimmte eigentümliche Verhaltensweisen des Menschen gegenüber dem Bild erhellt. Aktuelle theoretische Konzepte, die von einer (Handlungs-)macht des Bildes sprechen, zeigen, dass animistische Haltungen gegenüber Dingen – man denke etwa an die Idee vom Eigenleben der Technosphäre im Anthropozän – nach wie vor unseren Umgang mit dem Bild prägen und nicht in Bereiche naiven Bilderglaubens verwiesen werden können. Der Vortrag wird aufzeigen, dass bereits antike Metabilder Hinweise auf differenzierte Bildverständnisse geben und dass bildanimistische Tendenzen in der rezenten Theoriebildung von einer Nichtberücksichtigung wesentlicher Wirkungsdimensionen des Bildlichen wie etwa des Affektpotentials geprägt sind.

4 Bildbildungen: Un/sichtbarmachen (Di, 12.06.2018)
Bilder sind nicht nur in Kommunikations- und Wahrnehmungsprozesse eingebunden, sondern sie sind auch Gegenstand vielfältiger Bildpraktiken. Die meisten dieser Praktiken lassen sich auf die Grundmodi des Zeigens und des Sehens zurückführen. Über die Fragestellung, wer wem was (nicht) zeigt und wer von wem was (nicht) sieht, wird verdeutlicht, dass diese Bildpraktiken Sichtbarkeiten und Unsichtbarkeiten herstellen. Der Vortrag wird sich damit auseinandersetzen, welche Folgen dies für Machtgefüge und -gefälle zwischen den Beteiligten hat, etwa wenn es darum geht, Bilder im Rahmen kultureller Identitäts- und Alteritätskonstruktionen einzusetzen, und inwieweit archäologische Befunde Rückschlüsse auf die zugrundeliegenden Praktiken ermöglichen.

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